Rückblick

Astrofotografie 2025

Jahresrückblick unseres Fotoclubs

© Frank Horras

Die Milchstraße

Das Astrofotografie-Jahr 2025 begann für uns mit einem Highlight: der Milchstraße.
Im Frühjahr machten wir uns zweimal auf den Weg zur Saarschleife, um das galaktische Zentrum in seiner ganzen Pracht einzufangen. Gegen 23:30 Uhr starteten wir jeweils und erreichten nach einer knappen Stunde Fahrt den Parkplatz – doch damit war die Reise noch nicht vorbei. Unsere Ausrüstung musste noch etwa 800 Meter bis zur Cloef getragen werden. Die Anstrengung lohnte sich: Die Stille der Nacht, nur unterbrochen von Vogelrufen und dem Laut eines Käuzchens, schuf eine Atmosphäre, die man nicht vergisst.

Beim ersten Termin Ende April zeigte sich das astronomische Zentrum der Milchstraße erst spät, zwischen 2 und 3 Uhr morgens. Einen Monat später, Ende Mai, stand es schon deutlich früher – zwischen 1 und 2 Uhr – und konnte mit einem beeindruckenden 176-Grad-Fisheye fotografiert werden.
Trotz der in Deutschland starken Lichtverschmutzung gelang es uns mit Stacking-Techniken, erstaunlich viele Details der Milchstraße herauszuarbeiten.

Ein besonderes Erlebnis war die Aufnahme der Milchstraße eines Clubmitglieds während einer Afrikareise. Dort, fernab jeder Stadt, zeigte sich der Himmel so dunkel und klar, wie wir es in Mitteleuropa kaum erleben können. Der Anblick war überwältigend: eine funkelnde Himmelsstraße, wie eine leuchtende Wolke quer über den Nachthimmel gespannt.

Auch auf dem Peterberg entstanden im Frühjahr weitere Aufnahmen der Milchstraße. Und zum Ende der Saison im Juni gelang uns noch eine besonders schöne Serie über dem Schillinger Weiher – ein würdiger Abschluss der Milchstraßenzeit.

© Sonja Janes

Polarlichter

Das Jahr 2025 stand im Zeichen außergewöhnlich hoher Sonnenaktivität – ein Segen für uns Astrofotografen.
Selbst in unseren Breiten erschienen über das Jahr hinweg immer wieder Polarlichter, teilweise so hell, dass man sie sogar mit bloßem Auge erkennen konnte. Jede dieser Nächte war ein kleines Spektakel, das man eigentlich nur aus Skandinavien erwartet.

Vom Selbacher Weiher entstanden beeindruckende Fotos eines besonders hellen Polarlichts, das den Himmel in zarten Grün- und Rottönen färbte und sich mal als schleierhafte Bewegung, mal als pulsierender Vorhang zeigte.

ISS-Transits

Ein technisches, aber spektakuläres Highlight waren die ISS-Transits – also die Momente, in denen die Internationale Raumstation vor dem Mond oder der Sonne entlangzieht.
Die fotografische Herausforderung ist enorm: Die ISS braucht nur rund 0,8 Sekunden, um den Mond oder die Sonne zu passieren. Dabei fliegt die ISS so in ca. 500 km Höhe vom Betrachter aus und hat eine maximale Länge von 120m. Das mit einem solch „kleinen Objekt“ auf so großer Distanz noch erkennbare Bilder gibt ist unglaublich.

Für gute Aufnahmen braucht man daher eine möglichst genaue Uhrzeit, mindestens 600 mm Brennweite und eine Kamera, die mit hoher Bildrate ausgestattet ist. Es wird nach Uhrzeit „blind“ ausgelöst – denn man sieht die Station beim Fotografieren selbst nicht.

Am Ende wurden wir jedoch belohnt: Es entstanden gestochen scharfe Aufnahmen sowohl von einem Mondtransit als auch von einem Transit vor der Sonne. Natürlich wurde bei Sonnenaufnahmen ein spezieller Schutzfilter verwendet, um Equipment und Augen vor Schäden zu bewahren.

© Markus Janes

Mond und Mondfinsternis

Der Mond begleitete uns das ganze Jahr und war wie immer ein beliebtes Motiv. Ein besonderer Höhepunkt war die Mondfinsternis – der sogenannte Blutmond.
Dabei tritt der Mond in den Kernschatten der Erde ein und wird nicht komplett dunkel, sondern schimmert in einem rötlichen Licht, das entsteht, weil die Erdatmosphäre vor allem langwelliges rotes Licht in den Schattenbereich streut.

Allerdings war diese Finsternis eine Herausforderung: Die totale Phase fiel genau in die Dämmerungszeit, dazu kamen leichte Wolken. Besonders schwierig war aufgrund der geringen Helligkeit die richtige Belichtungszeit zu wählen. Bei zu langen Belichtungen sorgt die schnelle Eigenbewegung des Mondes für unschärfe – ein Balanceakt für jeden Astrofotografen.

Perseiden-Meteorschauer

Rund um den 12. August erreichten wie jedes Jahr die Perseiden ihren Höhepunkt – ein Meteorschauer, der auf die Staubspur eines Kometen zurückgeht.
2025 war der Strom zwar weniger ausgeprägt als in den Vorjahren, aber wir machten dennoch einen Ausflug nach Sotzweiler zum Wortsegel und fotografierten in Richtung Schaumberg.

Geduld war an diesem Abend eine besonders gefragte Tugend – die Sternschnuppen ließen auf sich warten. Doch am Ende konnten wir einige schöne Meteore einfangen. Durch das Zusammensetzen vieler Einzelbelichtungen wurde die volle Schönheit des Meteorschauers sichtbar.
Ein spannender Nebeneffekt: Auf den Bildern waren auch die Andromedagalaxie und über dem Schaumberg die Plejaden wunderbar zu erkennen.

Zusammenfassung

Das Jahr 2025 war für unseren Fotoclub ein außergewöhnliches Astrojahr – voller nächtlicher Abenteuer, beeindruckender Himmelsereignisse und lehrreicher Erfahrungen.
Ob Milchstraße, Polarlicht, Mondfinsternis oder ISS-Transit: Jede Session brachte uns neue Eindrücke, neue Erkenntnisse und oft auch neue Herausforderungen. Und genau das macht die Astrofotografie für uns so faszinierend: Man weiß nie genau, was einen erwartet – aber jede Nacht kann ein kleines Wunder bereithalten.

Wir freuen uns schon jetzt auf die himmlischen Momente des nächsten Jahres.

Impressionen


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